Leitung

Peter Ripkens

Auch Dirigenten spucken manchmal große Töne... 
Zehn (nicht ganz ernst gemeinte) Regeln für das Musizieren: 

1.) Versuche bei einem Auftritt möglichst hoch zu spielen.Es ist ganz egal, wie der Ton für das Publikum klingt, denn: Die Hunde in der Nachbarschaft wollen ja auch etwas davon haben! 

2.) Spiele niemals das was in den Noten steht, sondern versuche jeden einzelnen Takt durch "jazzige" Verzierungen "aufzuwerten". Der Zuhörer wird dir für die willkommene Abwechslung dankbar sein. Außerdem hätte es der Komponist des Stückes auch toll gefunden, wie kreativ du sein Stück verfeinerst. 

3.) Versuche stets den letzten Ton eines Stückes möglichst hoch und möglichst lange auszuhalten, bis du nunmehr alleine spielst. Das Publikum und deine Musikkollegen werden erstaunt über deine außergewöhnlichen Fähigkeiten sein. 

4.) Spiele zwischen den Stücken immer einige Etüden und Tonleitern (auch wenn der Conferencier gerade spricht), damit jeder bemerkt, dass du noch lange nicht müde bist. Außerdem werden so die ruhigen Phasen zwischen den Stücken effektiv überbrückt. 

5.) Das "Gicksen" in schnellen Passagen sagt überhaupt nichts über dein musikalisches Können aus. Es zeigt dem Publikum lediglich, dass du noch in der Aufwärmphase bist, und bald so richtig "loslegst". 

6.) Falls du eine spezielle Stelle nicht besonders gut kannst, versuche trotzdem sie mit aller Gewalt "irgendwie" herüberzubringen. Die Zuhörer werden sicher Verständnis haben, dich sogar loben, weil du dich von so einem lächerlichen Notenblatt nicht unterkriegen lässt. 

7.) Die Marschbücher und Mappen dürfen niemals mit nach Hause zum Üben mitgenommen werden, um sie nicht unnötig zu strapazieren und zu verschmutzen. Üben haben sowieso nur Anfänger nötig, und du bist zweifelsfrei keiner davon. 

8.) Höre nicht auf die musikalischen Anweisungen, die der Dirigent gibt, sondern tratsche während dessen mit deinem Satzkollegen. Der Dirigent wird erfreut darüber sein, dass du dich mit anderen über wichtige Fachthemen unterhältst. 

9.) Veranstalte bei jedem Auftritt einen Wettstreit mit deinen Satzkollegen, wer höher und lauter und schneller spielen kann. Nur so kannst du beweisen, das DU der Bessere bist. 

10.) Solltest du hören, dass ein Musikkollege von dir falsch gespielt hat, setze sofort ab, drehe dich nach ihm um, sieh ihn (für das Publikum offensichtlich) an und beginne laut zu lachen. Dies wird zur allgemeinen Heiterkeit sicherlich beitragen. 

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